Was ist Ubuntu – Mediation?

Meditation Medikation Mediation?

Einfach gesagt, ist Mediation geführte Konfliktberatung, eine alternative Methode für gemeinsame Problembewältigung.

Dabei liegen die Ziele und das Ergebnis komplett in den Händen der beteiligten Medianten. Lediglich der Prozess wird von mir als Mediatorin gestaltet und angeleitet.

Im Vergleich zu einem  langwierigen Gerichtsverfahren kommen die Parteien in einer Mediation meist für einige wenige Sitzungen, direkt wieder zusammen in einen Raum. Die angewendeten Mediationstechniken erlauben es, auch in verfahrenen Situationen einen respektvollen Umgang herzustellen, auf den Grund des Konflikts zu stoßen und darin liegende Interessen und Bedürfnisse herauszuarbeiten. Diese zu sehen, anzuhören und gegenseitig verständlich zu machen, ist oft der Schlüssel für eine langfristige Lösung der Konflikte, die alle Parteien gleichermaßen zufriedenstellt, ohne dass eine einvernehmliche Auflösung einer Streitigkeit immer das erklärte Ziel sein muss.

“Alles darf in diesem Prozess, nichts muss!” Und das alles ganz ohne komplizierte Sprache oder umständliche Kommunikationswege über Anwälte.

Und was hat Mediation nun mit der Lebensphilosophie “Ubuntu” zu tun?

Das Wort Ubuntu kommt aus den Bantusprachen. In den verschiedenen Sprachen unterschiedlich abgewandelt, bedeutet diese Wir-Philosophie in etwa „Menschlichkeit“, „Nächstenliebe“ und „Gemeinsinn“ sowie die Erfahrung und das Bewusstsein, dass man selbst Teil eines Ganzen ist. 

Ubuntu kann aufgefasst werden als „gemeinsam zu Menschen werden, einander wechselseitig menschlich machen“.

Sehen, aber auch gesehen werden. Nicht im eitlen Sinne des Menschlichen, sondern im verbindenden Sinne des Zwischenmenschlichen. Eine Introspektive – was brauche ich, was kann ich geben?

Dieser Blick nach Innen und Außen macht Mediation nach meinem Verständnis auch zu einer Art heilsamen Medizin sowie der Möglichkeit, in sich zu kehren.


Mediation - Prinzipien, Phasen - Möglichkeiten!

Die 5 Prinzipien

Freiwilligkeit
Die Teilnahme an der Mediation ist für alle Beteiligten freiwillig. Niemand kann zur Teilnahme oder zu einer bestimmten Lösung gezwungen werden. Jede Partei kann den Prozess jederzeit beenden.

Neutralität und Allparteilichkeit
Ich bin als Mediatorin neutral und unterstütze keine Seite mehr als die andere. Ich helfe allen Beteiligten, ihre Interessen fair zu vertreten und versuche dabei, persönliche Meinungen oder Urteile zu vermeiden.

Vertraulichkeit
Alles, was in der Mediation besprochen wird, bleibt vertraulich. Ich gebe keine Informationen an Dritte weiter. So entsteht eine geschützte Gesprächsatmosphäre.

Eigenverantwortung
Die Konfliktparteien sind selbst für die Lösung ihres Konflikts verantwortlich. Ich gebe keine Lösungen vor, sondern helfe bei der gemeinsamen Erarbeitung. Entscheidungen werden von den Beteiligten eigenständig getroffen.

Ergebnisoffenheit
Das Ziel ist eine für alle akzeptable Lösung, aber der Ausgang ist nicht vorbestimmt. Es gibt keine festen Vorgaben, sondern Raum für kreative Lösungen. Die Parteien bestimmen gemeinsam, was für sie funktioniert.

Eine Frau sitzt an einem Tisch, schreibt in ein Notizbuch, im Hintergrund sind Pflanzen, eine große runde Wandspiegel, Literaturregale und Bilder an der Wand, die Raum ist hell erleuchtet.

Durch die Mediationsmethodik vermittle ich Konfliktkompetenzen, damit Ihr als Konfliktparteien in Konflikten konstruktiv an einer Lösung arbeiten könnt. Eure Kommunikation verbessert sich und somit kann zukünftigen Eskalationen vorgebeugt werden.

Mediation - Prinzipien, Phasen - Möglichkeiten!

Wie läuft eine Mediation ab?​​

Egal ob die Mediation online stattfindet oder in Persona, sie ist bei mir grundsätzlich zunächst in 5+2 Phasen aufgeteilt


Erstkontakt (0. Phase)

Vorab findet natürlich zunächst der Erstkontakt und das kostenlose Erstgespräch statt, in dem wir kurz per Telefon Organisatorisches klären können, ob die Situation für eine Mediation geeignet ist und ob es menschlich passt.

1. Einführung

Die Parteien skizzieren kurz ihre Sichtweisen und bringen die Konfliktthemen ein. Als Mediatorin kläre ich die Erwartungen an eine Mediation, Ablauf und Prinzipien und eventuelle Fragen.

Ziel ist es, eine offene und respektvolle Gesprächsatmosphäre zu schaffen.

2. Agenda finden​

Die Parteien schildern ihre Sichtweisen und bringen die Konfliktthemen ein. Ich als Mediatorin strukturiere die Themen und sorge dafür, dass alle relevanten Punkte erfasst werden.

Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis der Streitpunkte zu entwickeln.

3. Hintergründe beleuchten

Die Beteiligten erklären ihre Bedürfnisse, Interessen und Hintergründe zu den Konfliktthemen. Ich als Mediatorin helfe dabei, versteckte Motive und emotionale Aspekte sichtbar zu machen.

Ziel ist es, Empathie zu fördern und eine lösungsorientierte Sichtweise zu ermöglichen.

4. Lösungsfindung

Gemeinsam entwickeln die Parteien kreative Lösungsmöglichkeiten. Ich als Mediatorin unterstütze mit Methoden zur Ideenfindung und achte auf faire Verhandlungen. Die besten Vorschläge werden von den Beteiligten bewertet und weiterentwickelt, bis eine gewisse Zufriedenheit eintritt.

Ziel ist es, konkrete Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten und dabei zunächst ergebnisoffen in alle Richtungen zu denken.

5. Einigung/ Vereinbarungen

Es wird festgelegt, welchen Rahmen die Vereinbarung bekommen soll. Die Ergebnisse werden verbindlich formuliert. Falls nötig, werden Umsetzungsdetails und Kontrollmechanismen vereinbart.

Ziel ist es, hier eine Lösung zu finden, die für alle Beteiligten akzeptabel ist, unabhängig davon, ob sie nach welchen moralischen Vorstellungen auch immer "gerecht" erscheint. Auch ein Plan zur Lösungsfindung kann schon eine Lösung darstellen.

Nachsorge (6. Phase)

Gerne biete ich bei Einzelsitzungen auch noch ein Nachsorgegespräch an, um die Nachhaltigkeit des Mediationsprozesses zu festigen.